Mit dem gemeinsamen Flächennutzungsplan schafft das Amt Ruhland eine einheitliche Grundlage für die räumliche Entwicklung der kommenden 15 bis 20 Jahre. Er umfasst die Stadt Ruhland mit Arnsdorf sowie die Gemeinden Guteborn, Grünewald mit Sella, Hermsdorf mit Lipsa und Jannowitz, Hohenbocka und Schwarzbach mit Biehlen. Bestehende, teilweise mehr als 20 Jahre alte Planungen wurden aktualisiert und erstmals zu einem abgestimmten Gesamtkonzept zusammengeführt.

Der Flächennutzungsplan zeigt, wo künftig gewohnt und gearbeitet werden kann, welche Flächen für öffentliche Einrichtungen, Verkehr sowie Ver- und Entsorgung benötigt werden und welche Bereiche für Landwirtschaft, Wald, Erholung und Naturschutz erhalten bleiben sollen. Damit bildet er den übergeordneten Rahmen für spätere Bebauungspläne und kommunale Entscheidungen.

Zentrale Leitidee ist ein moderates und nachhaltiges Wachstum. Die Gemeinden sollen sich als attraktive Wohn- und Arbeitsorte weiterentwickeln, ohne ihre ländliche Prägung und die besonderen landschaftlichen Qualitäten zu verlieren. Neue Bauflächen werden deshalb bedarfsgerecht und überwiegend in überschaubarem Umfang vorgesehen. Vorrang haben Baulücken und andere Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb der bestehenden Ortslagen. So sollen Zersiedelung vermieden, vorhandene Infrastruktur genutzt und gewachsene Ortsbilder bewahrt werden.

Eine besondere Herausforderung ist die Bevölkerungsentwicklung: Langfristig werden ein Rückgang und eine zunehmende Alterung erwartet, während die Nachfrage nach Wohnraum zuletzt gestiegen ist. Gleichzeitig fehlen vor allem kleinere und barrierefreie Wohnungen. Der Plan schafft daher Spielräume für unterschiedliche Wohnformen und berücksichtigt die vorhandenen Versorgungs- und Betreuungseinrichtungen.

Darüber hinaus sollen bestehende Betriebe gestärkt, neue Ansiedlungsmöglichkeiten geschaffen sowie Nahversorgung, Tourismus und Verkehrsverbindungen weiterentwickelt werden. Historisch bedeutsame Gebäude und Ortsstrukturen sollen möglichst erhalten und neuen Nutzungen zugeführt werden.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Schutz der wald- und teichreichen Landschaft. Mögliche Auswirkungen neuer Flächennutzungen auf Boden, Wasser, Natur und Landschaft wurden geprüft. Durch eine flächensparende Entwicklung sowie geeignete Schutz- und Ausgleichsmaßnahmen sollen Belastungen so weit wie möglich vermieden oder vermindert werden. Insgesamt verbindet der Flächennutzungsplan die Anforderungen an Wohnen, Wirtschaft, Infrastruktur und Umweltschutz zu einem langfristigen Entwicklungsrahmen für das gesamte Amt Ruhland.

Auftraggeber

Amt Ruhland

Bearbeitungszeitraum

2022 – 2026

Leistungsumfang

Neuaufstellung Flächennutzungsplan
Landschaftsplan