Mit dem Bebauungsplan „Wohngebiet Hochfeld I“ schafft die Gemeinde Kiedrich die Voraussetzungen für ein neues Wohnquartier am südwestlichen Ortsrand. Anlass sind die anhaltend hohe Nachfrage nach Wohnraum und die positive Bevölkerungsentwicklung der Gemeinde. Da innerhalb des bestehenden Siedlungsgebiets kaum noch geeignete Bauflächen zur Verfügung stehen, soll der Ortsrand zwischen den Straßen „Hochfeld“ und „Erbacher Weg“ sinnvoll ergänzt werden.
Geplant sind bis zu 133 Wohneinheiten in unterschiedlichen Wohnformen. Vorgesehen sind Einzel-, Doppel- und Reihenhäuser sowie kleinere Mehrfamilienhäuser. Damit entstehen sowohl Angebote für Familien und den Erwerb von Wohneigentum als auch flächensparendere und vergleichsweise günstigere Wohnmöglichkeiten. Die Bebauung wird zum bestehenden Ort hin etwas dichter und lockert sich in Richtung der freien Landschaft auf. Gebäudehöhen und Dachformen orientieren sich an der vorhandenen Bebauung und am dörflichen Erscheinungsbild Kiedrichs.
Der Standort bietet kurze Wege zu Kindertagesstätte, Grundschule, Bushaltestelle, Nahversorgung und Ortskern. Die Haupterschließung erfolgt über eine neue Straße mit direkter Anbindung an die Kreisstraße K 638. So soll der zusätzliche Verkehr weitgehend aus den bestehenden Wohnstraßen herausgehalten werden. Innerhalb des Quartiers sind verkehrsberuhigte Straßen sowie Fuß- und Radwege vorgesehen.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf einer klimaangepassten und grünen Gestaltung. Vorhandene Freizeitgärten und Streuobstbestände im Südwesten werden dauerhaft gesichert. Neue Baum- und Heckenpflanzungen, begrünte Flächen und Dachbegrünungen sollen das Wohngebiet in die Landschaft einbinden und das Mikroklima verbessern. Da die Böden Regenwasser nur eingeschränkt aufnehmen können, wird das Niederschlagswasser auf den Grundstücken und in zentralen Anlagen zurückgehalten und anschließend gedrosselt abgeleitet.
Mit der Planung werden auch landwirtschaftliche Flächen und vorhandene Lebensräume in Anspruch genommen. Die Auswirkungen sollen durch den Erhalt von Gehölzen, neue Pflanzungen, Artenschutzmaßnahmen und externe Ausgleichsflächen gemindert beziehungsweise ausgeglichen werden. Mögliche Lärmeinwirkungen durch benachbarte Sport- und Freizeitanlagen wurden ebenfalls untersucht und bei der Planung berücksichtigt.
Das Wohngebiet „Hochfeld I“ verbindet damit die Schaffung dringend benötigten Wohnraums mit einer geordneten Ortsentwicklung, kurzen Wegen sowie Maßnahmen zum Klima-, Natur- und Landschaftsschutz.
