Mit der Stilllegung des Steinkohlebergbaus stehen große Teile der ehemaligen Zeche Oeynhausen in Ibbenbüren für eine neue Nutzung zur Verfügung. Gleichzeitig besteht eine hohe Nachfrage nach Gewerbe- und Industriegrundstücken. Der Bebauungsplan Nr. 55 schafft deshalb die rechtlichen Voraussetzungen, um das frühere Zechengelände schrittweise zu einem modernen Wirtschaftsstandort zu entwickeln.
Unter der Leitidee „Campus. Gewerbe. Tradition.“ sollen wirtschaftliche Entwicklung, innovative Nutzungen und die Geschichte des Bergbaus miteinander verbunden werden. Entlang der Osnabrücker Straße sind vor allem Flächen für kleinere und mittlere Unternehmen, Handwerksbetriebe und Dienstleister vorgesehen. Im nördlichen Teil sollen größere zusammenhängende Flächen für Gewerbe- und Industriebetriebe entstehen. Die flexible Aufteilung ermöglicht es, unterschiedliche Grundstücksgrößen anzubieten und das insgesamt rund 61,5 Hektar große Gebiet in mehreren Etappen zu entwickeln.
Ein besonderes Anliegen ist der Erhalt der Identität des ehemaligen Zechenstandortes. Prägende Gebäude, Förderanlagen und weitere Relikte des Bergbaus sollen – soweit dies mit den neuen Nutzungen vereinbar ist – erhalten und in die Gestaltung einbezogen werden. Die Verbindung historischer Anlagen mit moderner Architektur soll dem I-NOVA Park einen unverwechselbaren Charakter geben.
Zugleich soll ein grüner und klimaangepasster Gewerbe- und Industriepark entstehen. Vorhandene Gehölze werden möglichst erhalten und durch neue Grünstrukturen ergänzt. Ein geplanter Gleispark soll als zentrale Grünverbindung dienen und zugleich Aufgaben bei der Rückhaltung und Versickerung von Regenwasser übernehmen. Weitere Maßnahmen sind begrünte Dächer und Fassaden, Solaranlagen auf Neubauten, wasserdurchlässige Stellplätze und Baumpflanzungen. Ein vorhandener Teich im Nordwesten wird gesichert.
Die Haupterschließung erfolgt über die Osnabrücker Straße. Die geplante Oeynhausen-Allee soll das Rückgrat des Gebietes bilden. Ergänzend sind sichere Wege für Fußgänger und Radfahrer vorgesehen. Besondere Herausforderungen bestehen im Umgang mit vorhandenen Bodenbelastungen, dem teilweise weiterhin benötigten Gleisanschluss, den Folgen des früheren Bergbaus sowie dem Schutz angrenzender Landschaftsräume. Der Bebauungsplan schafft den Rahmen, um diese Anforderungen mit der wirtschaftlichen Entwicklung des Standortes in Einklang zu bringen.
